Mittwoch, 20. März 2019

Weltgeschichtentag - Auflage 3


Eine Lückengeschichte zum Weitererzählen


Pius Piratensohn

Pius hatte endlich Sommerferien. Die letzten Tage in der Schule ...

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Jetzt freute er sich erstmal auf einen Sommer voller Abenteuer. Am ersten Ferientag weckte die Sonne ihn schon früh auf. Während das Aufstehen ihm in der Schulzeit schwer fiel, hüpfte Pius an diesem Morgen fröhlich aus dem Bett. Im Haus war es noch ganz still. Mama und Papa träumten noch. Pius lief in ...

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Nachdem Pius seine Spielsachen durchgesehen, alle Spiele gespielt, ein paar Bälle im Basketballkorb über der Garage versenkt hatte, rief er seinen besten Freund Lorenz an. Aber Lorenz war für drei Tage zu seiner Oma gefahren. So schlich Pius durchs Haus bis auf den Speicher. Staubig war es dort und die Luft war ein bisschen stickig. Er kämpfte sich durch das Gerümpel Richtung Fenster, als er sich den dicken Zeh übel an einer alten Truhe stieß. Vor Schmerz hüpfte er auf einem Bein und fluchte: ... 

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Der Schmerz ließ langsam nach und Pius musterte die Truhe genauer. Sie war ziemlich groß, an einer Ecke war das Holz schon etwas abgesplittert und sie war verschlossen mit einem riesigen alten Schloss. Pius rüttelte daran. Nichts zu machen, es ging nicht auf. Unten rief Mama nach ihm: "Pius, wir haben Besuch! Tante Susanne und deine Cousine Charlotte sind da. Komm und sag Hallo!"
Das hatte Pius noch gefehlt. Ein Mädchen im Haus! Widerwillig stieg er die Treppe hinab und ging ins Wohnzimmer. Tante Susanne stürzte sich wie immer mit ausgebreiteten Armen auf ihn: "Junge, ...

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Pius ertrug es wie ein Held. "Übrigens Pius," hörte er Mama sagen, "Charlotte wird über die Ferien hierbleiben. Tante Susanne wird Onkel Roland auf einer Geschäftsreise begleiten." Peng! Das saß! Aus den Augenwinkeln betrachtete er Charlotte. Sie war ein Jahr jünger als er. Im letzten Jahr schleppte sie immer ihre Puppe Marilynn mit sich herum und wollte mit ihm Teekränzchen spielen. Aber jetzt sah sie gar nicht mehr so rosarot aus. Sie trug eine Jeans, Turnschuhe, ein ...  

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"Charlotte ..." – "Mama!" Charlotte war richtig sauer: "Du sollst mich nicht Charlotte nennen. Ich bin Charlie!" – "Charlotte, äh, also Charlie ist gerade in ihrer rebellischen Phase," erzählte Tante Susanne. "Sie liest nur noch Räuber- und Piratenbücher, ihre Puppen sind völlig abgeschrieben." Das fand Pius nun richtig gut und er wagte ein zaghaftes Lächeln in Charlies Richtung. "Kinder, wollt ihr nicht ein bisschen spielen gehen?", schlug Mama vor. Charlie lief zur Tür und Pius trottete hinterher. Draußen ...

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Mittwoch, 6. März 2019

Hühnergebet


Herr,
gib mir die Kraft,
die bohrenden Grübeleien,
die mächtigen Hirngespinste
aufzuscheuchen
wie gackernde Hühner.

















Gib mir ein offenes Herz
für die Überraschungen
des Lebens –
meines Lebens geschenkt von Dir.

Deiner Verheißung vom
Leben in Fülle
will ich trauen,
darauf hoffen
und daran glauben.
Amen.

Dienstag, 8. Januar 2019

Selbstgespräche


Heute Abend kam mir eine junge Frau entgegen, laut lamentierend. In der Dunkelheit habe ich sie zunächst gehört und erst danach erkannt, dass sie verkabelt war - also telefonierte. 

"Eigentlich praktisch", schoss es mir durch den Kopf. "Wer zu Selbstgesprächen neigt und sich bisher in der Öffentlichkeit dafür genierte, nehme ein Paar Ohrstöpsel eines vielleicht ausgedienten Handys und stopfe sie in die Ohren, das andere Kabelende in irgendeine Jacken- oder Hosentasche, das Kabel gut sichtbar über die Kleidung drapiert, und los geht's!"

Was immer du jetzt gänzlich ungeniert - fröhlich oder grübelnd, mehr oder weniger laut - mit dir selbst besprichst, ein jeder wird denken, dass du telefonierst, und nichts Schrulliges dabei finden. Und was anderes sind Selbstgespräche als Telefonate mit dir selbst?

Dienstag, 10. Juli 2018

Begegnung


Da hat die Sonne
den Regen gebogen
und seine Tropfen
haben ihre Strahlen gebrochen
in tausend Farben.
So schön wie flüchtig,
bis zum nächsten Mal.



Samstag, 2. Juni 2018

Mit Musik


Es gibt Situationen, denen sollte man mit Singen begegnen, so wie eines Morgens in der Bahn, als eine Mitreisende uns ihre schlechte Laune schenkte. Allerdings fällt einem eine passende Erwiderung immer erst viel zu spät ein, wenn die Situation längst vorbei ist. Entstanden sind zwei Strophen auf die Melodie eines bekannten Liedes:

Danke für dieses gute Wetter,
danke für Wind und Sonnenschein,
danke, es lässt die Menschen netter
zueinander sein.

Danke für alle guten Worte,
danke für Lob und auch Kritik,
danke, es klingt in mezzoforte
freundlich wie Musik.

So gewappnet kann die nächste Situation kommen. 

Wie lautet deine musikalische Antwort?

Mittwoch, 11. April 2018

Heute Abend in der Bäckerei


Ein älterer Herr ist nach mir an der Reihe. "Ich hätte gerne zwei normale, aber schöne Brötchen. Die schönsten Brötchen, die Sie haben, die sind für mich."

Wunderbar, mit einem Lächeln verlasse ich den Laden.

Sonntag, 1. April 2018

Feiertagsfilme


Frühstück bei Tiffany - Happy End im strömenden Regen. Zuletzt steigt Holly aus dem Taxi, in dem all ihre Habe liegt, sie lässt die Autotür offen, völlig durchnässt findet sie den ausgesetzten Kater wieder und den Mut zur Liebe ... Kuss, Regen, Abspann. 

Ich frage mich, ob das Taxi im strömenden Regen mit offener Tür immer noch da steht mitten im New Yorker Autoverkehr, ob Holly und Paul alias Fred klatschnass zurück ins Taxi steigen oder ob der Taxifahrer Hollys Habe schon mal zum Hotel fährt, während Holly, Fred und Kater sich dort am Eingang der Nebengasse den Schnupfen ihres Lebens holen ... Feiertagsfilme.


 

Donnerstag, 16. November 2017

Mauergebet 2000

  


Gott, Schöpfer des Alls,
Gott, mein Schöpfer,
bewahre mich in Deiner gütigen Hand,
sei mir Schutz in der Dunkelheit,
sei mir Kraft in der Not,
sei mir Heilung in der Krankheit.

Bewahre alle, die in meinem Herzen sind,
sei mit denen, die Dich suchen,
sei denen Stütze und Halt, die zerbrechen wollen.
Groß bist Du, Gott,
Schöpfer, Richter, Retter.

Lass Deine Gnade und Deinen Segen
überfließen auf Dein Land,
damit es Frieden findet in Dir. Amen.

Dienstag, 24. Oktober 2017

HaGalil


Morgenimpuls in Galiäa während einer geistlichen Reise im Heiligen Land




Es ist der zweite Morgen, an dem wir in Galiäa am See Genezareth aufgewacht sind. Heute werden wir weitere Orte besuchen und auf den See hinausfahren.

Hier in Galiläa begann Jesus, das Reich Gottes zu verkünden. Hier fand er seine ersten Jünger und Anhänger. Hier lehrte und predigte er, heilte er und bewirkte Wunder. Scharen von Menschen kamen zu ihm aus allen Landstrichen in und um Galiläa. Wir haben die Berichte aus den Evangelien gehört oder gelesen.

Hier rührte Jesus die Menschen an – damals vor 2000 Jahren.

Fragen wir uns:

      Wie lasse ich mich heute anrühren von Jesus?
      Bin ich bereit, mich ansprechen zu lassen von ihm?
      Bin ich bereit, mein Leben von ihm umkrempeln zu lassen,
      alles aufzugeben – so wie die Jünger damals?

      Mit welchem Anliegen komme ich heute zu ihm?
      Worum bitte ich ihn?
      Um Stärkung? Um Klärung?
      Um Ruhe? Um Heilung?
      Für mich selbst? Für einen anderen?

      Wie wirkt Jesus heute in mein Leben hinein?
      Und wie durch mich in die Welt hinaus?

Das Matthäusevangelium endet in Galiläa. Hier erscheint der Auferstandene seinen Jüngern und gibt ihnen Auftrag und Verheißung.

"Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.

Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28, 18-20)

Wie damals zugesagt, ist Er auch heute all unsere Tage mit uns.

Mit beidem – Auftrag und Verheißung – wollen wir in den heutigen Tag gehen. Beten wir gemeinsam das Segensgebet aus dem Gotteslob* Nummer 13, 3.
Und singen wir "Meine Hoffnung und meine Freude" aus dem Gotteslob* Nummer 365. Wie wunderbar, dass gerade dieses Lied diese Nummer bekommen hat, 365! Alle Tage eines Jahres, jedes Jahres ist Er uns Hoffnung, Freude, Stärke, Licht und Zuversicht.








* Gotteslob © 2013 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart

Sonntag, 22. Oktober 2017

Doppeltes Elfchen



I.
Einzelzellen.
Mauern aus
Selbstsucht, Wut, Angst.
Zwei bauen eine Brücke.
Begegnung!

II.
Muster
unterbrechen und
neue Perspektiven gewinnen.
Mit einer Vierteldrehung zur
Lebendigkeit.

Donnerstag, 18. Mai 2017

heraus gerufen - Schritte in die Zukunft wagen


Gedanken zum Titel des Abschlussdokuments der Synode im Bistum Trier (2013-16)


heraus gerufen

Wir sind aufgefordert, zu den Menschen zu gehen,
eingefahrene Wege zu verlassen,
die rein binnenkirchliche Sicht zu überwinden.
Wir sind eingeladen, neue Perspektiven und Standorte auszuprobieren,
uns nicht zu verkriechen, nicht zu verschließen.
Es ist Ausdruck für die Sendung der Jüngerinnen und Jünger Jesu an Pfingsten.

gerufen

In diesem Sendungsauftrag sind wir von Gott Gerufene.
Als solche sollen wir uns auch von der Welt, von den Menschen rufen lassen.
Das können wir, wenn wir (zu)hören, aufmerksam sind
und dann zu Tätigen werden, zu Zeuginnen und Zeugen unseres Glaubens.

Schritte in die Zukunft wagen

Zunächst: Es gibt eine Zukunft! Das ist ganz explizit formuliert.
Wir glauben daran, wir hoffen darauf.
Denn der Glaube an die Auferstehung ist ein Glaube an eine Zukunft.
Wir leben nicht in einer Zeit des Welt- oder Kirchenuntergangs,
wohl aber in einer Zeit des Wandels,
was für alle Zeiten vor und nach uns galt, gilt und gelten wird.
Wandel, Wandlung ist Herzstück unseres Glaubens.
In diesem Glauben können wir die Herausforderung Zukunft annehmen.

Schritte wagen

Wir müssen uns bewegen, Aussitzen wird nicht funktionieren.
Oder: Wir müssen Stillstand nicht erleiden, wir dürfen uns bewegen.
Ein Wagnis, ja! Doch nur Mut – es wird gut!
Denn wir gehen nicht allein und nicht mit leerem Rucksack,
wir haben einen Schatz im Gepäck:
das Evangelium Jesu Christi mit der Verheißung vom Leben in Fülle.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Brief einer Pendlerin


Liebe Bahn,

ich bin sehr beeindruckt vom Einfallsreichtum und den immer neuen Aktionen, mit denen wir Kunden unterhalten werden. Heute durfte ich Teil eines Abenteuers werden, das zu erleben mir bislang versagt war:

Auf dem Heimweg nach einem kurzen Aufenthalt an einem der Unterwegsbahnhöfe, an dem unser Zug freundlicherweise einem anderen den Vortritt ließ - wären doch nur alle so rücksichtsvoll, die Welt könnte so viel besser sein - setzte der Zug seine Fahrt fort, zog ein bisschen das Tempo an, um die leichte, altruistisch bedingte Verzögerung aufzuholen, und - verfehlte die nächste Haltestation nur ganz knapp, bremste abrupt, aber mit ganzer Kraft und kam endlich nur einige Dutzend Meter hinter dem Bahnhof zum Stehen. Puh! Da standen wir nun. Die Mitreisenden, die eigentlich aussteigen wollten und sich schon an der Tür positioniert hatten, waren hin und her gerissen, ob sie sich dem Abenteuer tatsächlich an dieser Stelle entziehen sollten. Für einige war die Verlockung zu groß und sie nahmen wieder Platz, gespannt, was noch kommen sollte. Nach langem Warten kam ein Knacken aus den Lautsprechern, eine Stimme meldete sich mit einer Durchsage - einer dieser seltenen beglückenden Momente! "Wegen einer technischen Störung verzögert sich die Fahrt auf ... es geht bald weiter." Beruhigt lehnte ich mich zurück und zog ein paar Arbeitsblätter aus der Tasche, immer gerüstet für alle Fälle. Nach einer weiteren Weile und einem kurzen Knacken im Lautsprecher begannen die ersten Reisenden mit der Kontaktaufnahme zur Außenwelt, informierten Familie und Freunde über Aufenthaltsort, Stand der Dinge und erhoffte Ankunftszeit. Da plötzlich! Was keiner zu diesem Zeitpunkt zu glauben gewagt hatte: Der Zug setzte sich in Bewegung, behutsam und langsam tastete er sich durch die dunkle Nacht - Meter um Meter - zurück an den verpassten Bahnhof. Schweren Herzens trennte sich hier ein Teil der Reisenden und verließ den Zug, der nach weiterer Pause und rücksichtsvollem Vorbeilassen eiliger Züge mutig seinen Weg in die ursprüngliche Richtung fortsetzte, um dann aber doch wegen "technischer Störung - wir bitten, dies zu entschuldigen" vorzeitig zwei Stationen vor dem Ziel aufgeben und enden zu müssen. Ich war zuhause und beneidete die Weiterreisenden, die es in neue, ferne Bahnabenteuer zog, fast ein bisschen.

Liebe Bahn, vielen Dank für diese adventliche Erfahrung des Wartens. Jetzt kann Weihnachten kommen!